Streitschlichtung

Unser Streitschlichtungsprogramm

Das Schüler-Streitschlichtungsprogramm wird seit dem Schuljahr 2003/04 an unserer Schule durchgeführt. Das Ziel ist, die konstruktive Handhabung von Konflikten an der Schule zu fördern.

1. Vorteile der Streitschlichtung

1.1. Die Konfliktteilnehmer erfahren durch die Ernsthaftigkeit der Streitschlichtung eine Wertschätzung ihrer Person. Dadurch wird das soziale Klima der Schule insgesamt gefördert.

1.2. Indem die SchülerInnen mehr Eigenverantwortung für ihre Konflikte übertragen bekommen, werden die Lehrkräfte entlastet. Dadurch bleibt mehr Zeit für pädagogische Kernaufgaben.

1.3. StreitschlichterInnen lernen wichtige soziale Schlüsselkompetenzen wie Toleranz gegenüber Andersdenkenden, konstruktiven Umgang mit Konflikten, bessere sprachliche Ausdrucksformen und Arbeiten im Team. Nach Abschluss ihrer Ausbildung erhalten die StreitschlichterInnen ein Zertifikat. Zusätzlich wird ihr Engagement im Zeugnis vermerkt.

2. Verfahren der Streitschlichtung

Streitschlichtung ist ein Verfahren zur Klärung von Konflikten zwischen Schülerinnen und Schülern, das speziell ausgebildete StreitschlichterInnen leiten. Sie erhalten dafür eine umfangreiche Qualifizierung. Jedes Jahr werden an unserer Schule neue Streitschlichter ab Klasse 3 ausgebildet und bereits bestehende nachgeschult. Nach der Ausbildung stehen die StreitschlichterInnen jüngeren MitschülerInnen zur Konfliktklärung zur Verfügung. Das Streitschlichtergespräch findet in einem Raum statt, der speziell für die Streitschlichtung eingerichtet ist. Die Teilnahme der Streitenden an dem Gespräch sowie die Annahme der Ergebnisse sind freiwillig. Ein Team betreuender Lehrkräfte koordiniert die Ausbildung und unterstützt die StreitschlichterInnen bei ihrer Arbeit.

3. Ablauf eines Streitschlichtungsgespräches

Im Mittelpunkt der Methode steht das Gespräch mit den Streitparteien, das die ausgebildeten SchülerInnen moderieren. Ein solches Gespräch dauert meistens zwischen 20 und 30 Minuten, manchmal auch länger. Es gliedert sich in vier Phasen.

Die StreitschlichterInnen sind verantwortlich für den Verlauf des Gespräches, nicht für den Inhalt. Der Inhalt wird von den Streitenden selbst bestimmt und bearbeitet: Sie sind die besten Experten ihres Konflikts. Die StreitschlichterInnen moderieren das Gespräch nach vorgegeben Regeln und Gesprächsphasen und sorgen für eine aggressionsfreie und nicht verletzende Atmosphäre. Sie fungieren somit als „neutrale Übermittlungsstelle“ für die Äußerungen der jeweils anderen Seite.

Mit Hilfe von Gesprächstechniken wie dem aktiven Zuhören oder der Förderung von Ich-Botschaften unterstützen sie die Konfliktparteien dabei, ihre Wünsche und Interessen zu identifizieren und angemessen zum Ausdruck zu bringen. Eine weitere wichtige Aufgabe der StreitschlichterInnen besteht darin, die Konfliktparteien bei der Erarbeitung einer gemeinsamen Lösung zu unterstützen. Die Lösungsideen sollten dabei von den Streitenden selbst kommen. Es ist dann Aufgabe der StreitschlichterInnen, darauf zu achten, dass keine sinnlosen oder unrealistischen Vereinbarungen getroffen werden.

Nachdem sich alle Beteiligten auf Lösungsvorschläge geeinigt haben und diese notiert worden sind, bedanken sich die StreitschlichterInnen für die Teilnahme und vereinbaren eventuell einen Überprüfungstermin mit den betroffenen Schülern.